Das richtige Taschengeld

Das richtige Taschengeld zu finden, stellt viele Eltern vor eine große Herausforderung. Kinder äußern früh den Wunsch nach einem eigenen finanziellen Budget. Die Eltern zögern und sind sich bezüglich der angemessenen Höhe unsicher. Der Streit daheim ist vorprogrammiert. Das österreichische Gesetz verpflichtet die Eltern dazu, für den Unterhalt der Kinder aufzukommen. Eine Pflicht zur Zahlung von Taschengeld besteht nicht. Dennoch besteht weitestgehend Einigkeit über Sinn und Zweck derartiger Zusatzzahlungen. Das Taschengeld ist wichtiger Bestandteil der Erziehung. Das erste eigene Geld bereitet den Nachwuchs schrittweise auf das eigenständige Leben vor. Die Kinder lernen früh, verantwortungsbewusst mit dem Geld beim Shopping und Einkaufen umzugehen.

Mit der Zahlung von Taschengeld im Vorschulalter beginnen

Experten erachten bereits ab dem Vorschulalter ein eigenes Budget als sinnvoll. Es kommt nicht auf die Frage, ob Taschengeld zu zahlen ist, an. Viel wichtiger ist die Höhe. Das richtige Taschengeld orientiert sich am Alter des Kindes. Das Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz erarbeitete eine Staffelung mit Richtwerten zur Orientierung. Als Ansatzpunkt dient dabei das Nettoeinkommen. Bei Kindern unter sieben Jahren empfiehlt das Ministerium ein wöchentliches Taschengeld in Höhe von 0,2 Prozent des Nettoeinkommens. Zwischen sieben und zehn Jahren sei ein Prozent zu zahlen. Der Zahlungsrhythmus ist ebenfalls wöchentlich angelegt.

Taschengeld: monatliche Zahlung ab zehn Jahren

Ab einem Alter von zehn Jahren ist auf eine monatliche Zahlung umzustellen. Dadurch lernt das Kind, über einen längeren Zeitraum das zur Verfügung stehende Geld zu verwalten. Gibt es bereits zu Monatsbeginn alles Verfügbare aus, muss es für die restliche Zeit ohne Einkäufe auskommen. Ferner rät das Ministerium in diesem Alter zu einer Taschengeldhöhe von ungefähr sechs Prozent des Nettoeinkommens. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren liegt die Empfehlung bei knapp neun Prozent. Sofern Eltern konkrete Beträge vorziehen, gelten folgende Empfehlungen:

  • Kinder unter sieben Jahre: ca. 2 Euro wöchentlich
  • Zwischen sieben und zehn Jahren: bis zu 10 Euro wöchentlich
  • Für 10- bis 14-Jährige: 60 Euro monatlich
  • Ab 14 Jahren: 80 bis 90 Euro pro Monat

Die genannten Richtwerte sind individuell auf das Kind abzustimmen. Das richtige Taschengeld hängt vor allem davon ab, wie reif die Eltern ihr Kind im Umgang mit Geld einschätzen.

Taschengeld durch Mithilfe im Haushalt aufbessern

Durch die Mithilfe im Haushalt können Eltern den Kindern die Möglichkeit zur Aufbesserung des Taschengeldes geben. Typische Tätigkeiten sind beispielsweise der Abwasch, das Saugen eines Zimmers oder das Hinausbringen des Mülls. Damit realisiert das Kind: Hinter dem Geld steckt zunächst zu erbringende Arbeit. Ferner ist mit dem Kind der Verwendungszweck des Taschengeldes zu klären. Dabei sind Absprachen bezüglich der weiterhin von den Eltern gedeckten Ausgaben zu treffen.